Sehr geehrte Damen und Herren,  (diesen Text im Vollbild-Format)              

hiermit möchte ich mich Ihnen vorstellen sowie mein Vorhaben erläutern, die zum Verkauf stehende Kaiserinsel Langlütjen II in der Außenweser zwischen Bremerhaven und Nordenham im Nationalpark Wattenmeer (Zone 2) zu erwerben.      

Zurzeit ist die Insel Eigentum des Bundes. Verwaltet wird sie vom Wasser- und Schifffahrtsamt. Die einzige Aktivität, die der Bund in über 30 Jahren unternommen hat, beschränkt sich auf das Aufstellen von vier Schildern mit dem Hinweis „Betreten verboten!“ auf der künstlich angelegten Festungsinsel.

Vor 20 Jahren gab es eine Initiative von Freiwilligen, die mit Geldern des Bundes vorhatten, die von der Sturmflut 1976 zerstörten Teile zu erneuern. Dieses Vorhaben ist gescheitert, und inzwischen hat sich das Ausmaß der Schäden an der Dossierung dramatisch vergrößert.

Es ist daher dringend geboten, dem weiteren Verfall dieser Insel durch Privatinitiative entgegenzuwirken. In dem Inselfort befinden sich Kasematten, die unter Denkmalschutz stehen. Diese wurden, teilweise,  durch Sprengungen der stählernen Panzertürme (Beseitigung aller Kriegseinrichtungen) stark in Mitleidenschaft gezogen. Da illegale Besucher in den Graben heruntergestürzt waren und gerettet werden mussten, wurde später in die drei Meter dicke Wallgrabenmauer ein Durchbruch gesprengt!

Seit über 40 Jahren segeln und wandern Abenteurer auf die Festungsinsel, um dort (illegaler Weise) zu übernachten. Dieses zukünftig zu verhindern, steht natürlich nicht in meiner Macht. In jedem Fall aber ist es aus hygienischer und aus umweltrelevanter Sicht unbedingt notwendig, dort sanitäre Anlagen einzurichten. Dieses habe ich in Form von zwei Komposttoiletten vor, deren Inhalt mit einem Boot von der Insel transportiert und auf dem Festland ordnungsgemäß entsorgt werden soll. Ich hoffe, baldmöglichst eine schriftliche Genehmigung meiner Pläne von den zuständigen Umweltbehörden zu erhalten (wie dieses auch schnell und unbürokratisch vom Denkmalschutzamt der Fall war), um noch in diesem Jahr die Insel erwerben zu können.

Am  04.November 2005 habe ich zu Vereinsgründung des Inselfort Langlütjen II.“ in die Strandhalle nach Bremerhaven eingeladen. In den Vorstand wurden drei Nordenhamer gewählt:  Wilfried Boeckhoff als 1. Vorsitzender, Ilona Eikermann als Stellvertreterin und Nils Wieland als Kassenwart und Schriftführer. Als Kassenprüfer fungieren Manfred Hilbers (Bremerhaven) und Malte Lineweber (Burhave). Die Satzung sieht vor, dass sich der Verein für die Sanierung der Insel mit ihrer Bausubstanz und den Aufbau einer Infrastruktur einsetzt. Der Verein wird  sich ferner für die Pflege der Flora und Fauna und der Insel als historisches Denkmal stark machen. Besondere Berücksichtigung soll der antifaschistische Gedanke  finden. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Insel für Besucher freizugeben. Die Gründung des Vereins ermöglicht es uns nun, Spenden in Anspruch zu nehmen und Spendenquittungen auszustellen. Der Ausbau des alten Forts Langlütjen II zur Nutzung als Museum und Mahnmal für die dort gefolterten Regimegegner ist eine sehr wesentliche und auch ehrenvolle Aufgabe.

Daher ist es vom deutschen Staat sehr sinnvoll und konsequent, diese Watteninsel zu privatisieren, um sie vor weiterem Verfall zu schützen.

Um dieses, für einen jüngeren Menschen wie mich recht große Projekt zu realisieren, ist es meine Absicht, in einem Zeitraum von 1-2 Jahren motivierten Jugendlichen, besonders aus dem osteuropäischen Raum, die Möglichkeit zu geben, dort mit mir und Experten vom Denkmal- und Umweltamt sowie von der Nationalparkverwaltung auch das Fort vor weiterem Verfall zu schützen. Dieses habe ich im Rahmen von Ferienworkshops vor. Im Rahmen von Praktika oder vom Freiwilligen Sozialem/Ökologischem Jahr sind auch schon Freunde von mir nach Polen gegangen, um dort Kirchen vor dem Verfall zu retten. Ich selbst habe einen Schüleraustausch nach Polen mitgemacht und bin überzeugt, dort und bei uns 30 bis 40 engagierte Jugendliche zu motivieren, die mit mir dort autark leben und arbeiten würden.

Das Fort war dazu ausgelegt, eine Besatzung von 100 Mann dort bis zu vier Monaten autark zu versorgen. Als die Insel und die Festungswerke 1876 endlich fertiggestellt waren, war der Krieg gegen Frankreich bereits Geschichte, und alle vier Weserforts (Langlütjen I und II und Brinkamahof I und II) hatten ihren militärischen Wert verloren. Langlütjen II ist das einzige erhaltene Fort von den vier Befestigungswerken, das nun 130 Jahre nach seiner Erbauung einem friedlichen Zweck dienen soll: Völkerverständigung durch Austauschprogramme sowie Informations- und Erholungsort, Mahnmal für die dort gefolterten Gestapo-Häftlinge (zwischen September 1933 und Januar 1934 wurde das Fort von der Gestapo als Strafgefangenenlager missbraucht).

Als langjähriger Pfadfinder und staatlich geprüfter Betriebswirt mit der Fachrichtung Agrarwirtschaft  ist es eine zu bewerkstelligende Herausforderung für mich, in den nächsten Jahren dort Touristen zur Besichtigung willkommen zu heißen und auch in den Räumen des alten Forts zu beherbergen. Als Landwirt und Jäger gehört es zu meiner obersten Aufgabe, die Natur zu schützen und Flora und Fauna zu hegen und zu pflegen, daher möchte ich gern auch mit der Nationalparkverwaltung zusammen arbeiten, um eine möglichst reiche Artenvielfalt zu erhalten. Gerade die günstige Lage der Insel in der Zwischenzone sollte auch Geschichts- und Naturinteressierten die Möglichkeit bieten, einen Ausflug zum Fort zu machen. Dieses sollte gerade den Schülerinnen und Schülern aus Bremerhaven und Nordenham zugute kommen: die Bewegung in der Natur, Informationen zur deutschen Geschichte, sowie über das Wattenmeer auf einmal erleben können. Daher ist es auch meine Absicht, zunächst einen Bootsanleger zu bauen.

Damit sich dieses Projekt jemals wieder amortisiert, ist es mein Ziel, einen Verkaufsraum für heiße und  kalte Getränke sowie für Speisen (die im 19. Jahrhundert typisch waren) in dem Fort zu eröffnen.  Des Weiteren ist es meine Absicht, als begeisterter Kitesurfer in der Zwischenzone diese naturfreundliche Sportart auszuüben. Dieses wurde bereits vom Wasser und Schifffahrtsamt genehmigt.

 

Mit freundlichen Grüßen 

Christoph Gerecke   18. November 2005    

                                

 christophgerecke@yahoo.de  www.inselfort.de      

                     

           


 

Flugsuche